Interview mit Dr. Meinardus-Hager

Dr. Hager entwickelte eine Testmethode mit großen Chancen auf Heilerfolg für Pferde. Denn nur wer den Allergieauslöser kennt, kann auch zielgerecht therapieren. Hier schildert er sein Therapiekonzept und zeigt auf, wie Sie selbst zur Genesung Ihres Pferdes beitragen können.

Wie kamen Sie dazu einen Allergietest speziell für Pferde zu entwickeln?

Hager: Ich stamme aus einer Familie, die schon immer stark den Pferden verbunden war. Während meiner Zeit als Immunologe an der Hautklinik in Münster, in der auch die Behandlung von Allergien angesiedelt ist, kam mir der Gedanke, meine Erfahrungen im Humanbereich auch auf die Pferde zu übertragen. Damals gab es im tiermedizinischen Bereich nur einzelne Ansätze zu dieser Thematik.

Hager Allergie beim Pferd

Was ist das besondere Ihrer Testmethode gegenüber anderen Allergietests?

Hager: Der serologische Test ist in der Handhabung sehr einfach, und liefert im Gegensatz zu zum Beispiel einem Hauttest sehr sichere Ergebnisse. Mit minimalem Aufwand können in kurzer Zeit eine große Zahl von Substanzen getestet werden. Auch im Nachhinein kann der Test problemlos erweitert werden. Eine Allergie ist immer eine sehr individuelle Erkrankung, durch meinen flexiblen aber Test kann ich ebenso individuell wie umfangreich testen.

 


Welche Erfahrungen haben Sie mit der Therapie von Allergien gemacht?

Hager: Pferde sind empfindlich für allergische Erkrankungen, mit dem richtigen Management lassen sie sich aber gut therapieren. Für eine erfolgreiche Therapie ist ein umfangreiches Wissen der Ursachen unabdingbar. Das gilt sowohl für die Karenz, also die Vermeidung der auslösenden Allergene, als auch für eine Therapie mittels allergen-spezifischer Immuntherapie. Erfahrungsgemäß sprechen Pferde vergleichsweise gut auf die Immuntherapie an.

 

Unter welchen Umständen würden Sie einen Allergietest empfehlen?

Hager: Neben den hier beschriebenen typischen Symptomen kann insbesondere der Verlauf einer Erkrankung auf eine Allergie hindeuten. Ein besonderer Hinweis ist dabei oft die Korrelation mit bestimmten anderen Ereignissen. Treten die Beschwerden beispielsweise immer zu einer bestimmten Jahreszeit auf, oder an einem bestimmten Ort? Sind sie in ihrer Ausprägung unabhängig von dem Gesundheitszustand der anderen Pferde? Auch die häufige Wiederkehr einer Erkrankung, oder ihre Therapieresistenz kann ein deutlicher Indikator sein.

 

 

Was empfehlen Sie Haltern, die eine Allergie vermuten?

Hager: Allergien bei Pferden kommen deutlich häufiger vor, als die meisten Pferdehalter vermuten würden. Bei dem Verdacht einer Allergie als Ursache der Erkrankung empfehle Ich einen Allergietest durchzuführen, um die Ursachen eingrenzen zu können. Häufig werden Symptome, wie zum Beispiel Husten erst monatelang behandelt, bevor es zu einer, meiner Meinung nach, sinnvolleren erweiterten Ursachenforschung kommt. Für unverbindliche Beratungsgespräche, oder bei allgemeinen Fragen zur Allergiethematik stehen wir gerne telefonisch oder per E-Mail bereit.